T-962 kein schlechter SMD-Reflow-Ofen – zumindest nach Hack

SMD-Bauteile lassen sich grundsätzlich selbst von Hand einlöten, aber hier sind meines Erachtens nach gewisse Grenzen. Die Teile und Pinabstände werden immer kleiner, und besonders kleine und damit leichte Teile schiebt man beim Einlöten mit einem Lötkolben leicht weg – kein einfacher Vorgang also.

Auf der Suche nach einem bezahlbaren Hobby-Reflow-Ofen stieß ich auf den T-962 bzw. T962. Ein ziemlich günstiger Ofen aus China, den man bequem und trotz der Ferne sehr schnell Singapur bei Ebay bestellen kann. Für unter 180 € erwarb ich einen solchen Ofen, der innerhalb von 3 Werktagen (offenbar aus einem Lager aus Deutschland) geliefert war!

So, wie der Reflow-Ofen out-of-the-box geliefert wird, sollte er auf keinen Fall in Betrieb genommen werden!

Warum?

  1. Er enthält jede Menge seltsames, nicht-hitzebeständiges Klebeband im Inneren und stinkt daher extrem bei Temperaturen von mehreren 100°C – Ich bekam direkt Kopfschmerzen nach wenigen Sekunden Betrieb.
  2. Das Gerät ist nicht korrekt geerdet – der Schutzleiter hat keinen korrekten Kontakt zum Metallgehäuse!
  3. Die installierte Software „ab Werk“ ist ziemlich schlecht und könnte mehr aus dem Gerät herausholen.
  4. Der Temperaturverlauf beim „Backen“ ist nicht optimal (siehe neue Software weiter unten) und die Lüfter viel zu laut.

Die gute Nachricht:
Diese Mängel lassen sich alle recht leicht beheben. Und das geht jeweils so:

  1. Öffne das Gerät im ausgeschalteten Zustand, ohne Stromversorgung, und tausche das weiße Klebeband gegen hitzebeständiges Kaptan-Klebeband (muss nicht das Original sein). Zum Öffnen des Gerätes die Schrauben auf der Rückseite lösen und das Gehäuse vorsichtig aufziehen – dabei die zwei in bzw. oberhalb der geöffneten Schublade nicht vergessen zu entfernen:T-962 Schrauben lösenT-962 Schrauben lösen
  2. Prüfe den Schutzleiter, ob er überhaupt Kontakt zum Gehäuse hat. Entferne ggf. den Lack auf dem Gehäuse und messe es mit einem Messgerät nach.
  3. Lade dir eine neue und bessere Firmware hier herunter und übertrage sie mit Hilfe dieser Anleitung mit einem USB-Adapter wie diesen auf den Ofen. Die Anleitung die dort für Windows steht, habe ich nicht getestet; die für Linux läuft auch unter Mac OS X problemlos. Der Vorgang sieht währenddessen ungefähr so aus:T-962 flashenT-962 flashen, FTDI-USB-Adapter

    T-962 flashen, FTDI-USB-Adapter
    Wichtig: Der Jumper muss auf 3.3 Volt stehen!

Wenn die neue Software (Firmware) übertragen wurde, kann der Ofen weiter gepimpt werden und ein Temperatursensor DS18B20 zusammen mit einem 4,7 k Ohm-Widerstand eingebaut werden. Das sieht dann so aus – und ja, der Temperatursensor arbeitet wirklich mit nur einem Pin(!):

T-962 Erweiterung um 1-Wire-Sensor DS18B20 und 4,7 k Ohm-Widerstand

T-962 Erweiterung um 1-Wire-Sensor DS18B20 und 4,7 k Ohm-Widerstand

T-962 Erweiterung um 1-Wire-Sensor DS18B20 und 4,7 k Ohm-Widerstand

T-962 Erweiterung um 1-Wire-Sensor DS18B20 und 4,7 k Ohm-Widerstand

T-962 Erweiterung um 1-Wire-Sensor DS18B20 und 4,7 k Ohm-Widerstand

T-962 Erweiterung um 1-Wire-Sensor DS18B20 und 4,7 k Ohm-Widerstand

Das war’s!

Sieht komplizierter aus als es ist, und der Aufwand lohnt sich meiner Meinung nach. Mit dem Standardprofil und einer Handvoll Test-Bauteilen sieht das ganz so aus:

SMD-Platine mit dem T-962 gebacken / reflowed

SMD-Platine mit dem T-962 gebacken / reflowed
Mein allererster SMD-Backversuch mit grober Lötzinn-Verteilung per Hand zuvor

 

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18 Gedanken zu „T-962 kein schlechter SMD-Reflow-Ofen – zumindest nach Hack“

  1. Hallo Markus,

    deine Ausführungen sind sehr interessant. Auf Grund deines Berichtes hab ich mir den Ofen mal bestellt (eigentlich ist es ja Krank sich etwas zu kaufen, von dem man weiß es taugt nichts). Erschreckend für mich war, das alle deine aufgeführten Mängel tatsächlich immer noch so vorhanden sind. Erschreckend deshalb, weil die Mängelberichte im Netz ja nicht erst zwei Tage alt sind, es der Hersteller, der
    diese mit Sicherheit auch kennt, nicht einsieht hier was ändern zu müssen.
    Na ja China halt.
    So zum eigentlichen: ich habe das Teil gekauft weil ich zu dem Preis so ein Gehäuse nicht bekommen kann, ich wollte
    eigentlich den Ofen komplett neu bestücken (elektronisch und steuerungstechnisch).
    Dank eurer Vorarbeit ist das ja eigentlich nicht mehr notwendig, vielen Dank schon mal dafür.
    Was mich interessieren würde, hast Du in deinem Ofen exakt die .hex von obigem Link benutzt?
    Und gibt es da irgendwo Bilder wie nach dem Hack das Display ausschaut?
    Die wichtigste Frage von allen, hat der Hack problemlos funktioniert so das Du für dich zufrieden bist?
    Es wäre schön wenn Du mir antworten würdest, ich möchte mich euch bei diesem Projekt anschließen.

    Gruß von Jörg

  2. Hi Jörg,

    danke für dein Feedback. Ja, ich habe die Original-Firmware von oben genommen.

    Hier kannst du sehen, wie die GUI nachher aussieht:
    https://github.com/UnifiedEngineering/T-962-improvements/wiki

    Das Ganze ist ja nicht meine Erfindung; aber ich dachte eine deutsche Anleitung wo alles einigermaßen zusammengefasst ist, bringt dem einen oder anderen (wie dir) etwas. :)

    Wie du auf den Bildern siehst, ist das Ergebnis ganz überzeugend – wenngleich ich leider bisher keine Zeit fand, endlich mal die echte Platine zu „backen“… Der Nachwuchs fordert seine Zeit….

  3. Hallo Markus,

    hier ein Nachtrag zum Kommentar vom 26.12.2016.
    Ich habe mittlerweile den Ofen auf den Stand gebracht der hier beschrieben wurde. Vielen Dank nochmal an diejenigen die sich hier schon viel Arbeit gemacht haben. Wer jetzt aber denkt, der Ofen wäre dadurch brauchbarer, der irrt gewaltig. Das Gerät taugt (auch mit der neuen Software) höchstens zum ungenauen löten von sehr kleinen Platinen und das auch erst nach sehr vielen Fehlversuchen.
    Ich habe mir mal die Mühe gemacht das Gerät ganz genau unter die Lupe zu nehmen, dazu gehörte auch die Aufnahme der Temperaturkurve.
    Hier besteht (bei meinem Exemplar, alle Angaben beziehen sich verständlicherweise immer nur auf mein Gerät) ein nicht vernachlässigbarer Unterschied von bis zu 38°.
    Was hier auch nicht wirklich nachvollziehbar ist, ist die
    Tatsache, das wahrscheinlich die Temperaturfühler nicht
    auf das Gerät angepaßt wurden. Es wäre hilfreich wenn man wüßte um welchen Typen es sich hier überhaupt handelt.
    Beispiel : bei gemessenen 100° zeigt die Anzeige des Ofens schon mal die Kleinigkeit von 138°. Nach oben hin wird es dann etwas besser, bei einer Temperatur von 230° zeigt die
    Anzeige hier „nur“ noch 251°. Das könnte man ja noch selbst in den Griff bekommen, ist etwas Fleißarbeit, würde aber noch gehen. Was hier allerdings nicht mehr recht gehen will ist ein Lötformat von einem Euroformat, was ja schon mehr als sehr deutlich vom angegebenen Lötformat des Gerätes (nach unten hin) abweicht. Eine einigermaßen brauchbare
    Temperaturverteilung ist hier überhaupt nicht möglich.
    Nach den Messungen wollte ich natürlich wissen, woran
    hängt das denn. Ganz egal was man hier anstellt das Ergebnis bleibt im Großen und Ganzen, dezent ausgedrückt,
    bescheiden. Also das Gerät komplett zerlegt, wirklich komplett, mit Wolle raus und allem, so das wirklich nur noch Einzelteil hier liegen.
    Dann fangen wir mal an:
    Es ist schon ein ziemlicher Unsinn zwei separate Temperatureinstellung vornehmen zu können, wenn die beiden verbauten Heizelemente in Reihe geschaltet sind.
    Es heizen immer beide mit der gleichen Leistung. Die gesamt
    Heizleistung von 800W zweifle ich an dieser Stelle auch sehr stark an.
    Genau so unsinnig sind in dem Fall zwei getrennte Temperaturfühler, beeinflussen kann man sowieso fast nichts.
    Da ja jetzt mein Gerät sowieso schon auseinander gerupft ist, werde ich mir (sobald ich Zeit dazu habe), die Software und die Leiterplatte vornehmen um mal nachzuschauen ob es grundsätzlich ohne einen Mords Aufwand möglich wäre ein zweites Heizelement ansteuern zu können. Sollte das
    nicht gehen muß wahrscheinlich ein separates Schaltelement für zwei andere, passende Heizelemente, verbaut werden.
    Nicht das hier jemand auf falsche Gedanken kommt, mir war von Anfang an klar daß das Gerät nichts taugt und ich selbst hier Hand anlegen muß. Ich war auch von Anfang an bereit mir die Arbeit eines Komplettumbaus anzutun, mit
    der Neuerstellung einer neuen Software. Ich habe mich hier
    eingeklinkt um mir eventuell etwas Arbeit sparen zu können, ob das gelingt werden wir sehen.
    Es wäre nett wenn auch andere hier Ihre Erfahrungen mit
    dem China Teil kund tun würden.

    Fazit: wenn sich jemand diesen Ofen zulegen möchte, sollte
    er wissen auf was er sich einläßt. Das Gerät taugt im
    Auslieferungszustand nichts, mit etwas Arbeit und auch Zusatzinvestitionen kann man schon was brauchbares daraus machen, was auf jeden Fall noch günstiger ist als ein fertiges, funktionierendes Gerät.

    Danke nochmal an Markus der sich die Arbeit mit dieser Plattform gemacht hat.

    LG
    Jörg

    1. Wow Jörg, danke für deine ausführlichen Kommentare und die noch ausgiebigeren Tests. Das klingt ja alles doch eher enttäuschend.

      Den Teil mit den Sensoren hatte ich noch nicht ganz verstanden – zumal doch laut Original-Beitrag/Umbau genau das der Einbau des DS18B20 lösen sollte? Oder zumindest verbessern?

      Wie dem auch sei, bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe das es noch jemandem hilft. Für mich reichte das Ergebnis bisher – aber mir ging es tatsächlich auch nur um kleine Platinen. Also wesentlich kleiner als Euro-Format.

    2. Danke Markus für die ausführliche Anleitung! Hat alles gut geklappt.

      Jetzt warte ich nur noch auf das Klebeband (Chinesisches Neujahrproblem).

      Bezüglich der Temp Sensoren kann ich in der aktuellen Version (V051) der Software im Setup Korrekturen eingeben. Vielleicht hilft das.

      Noch eine Sache wegen der Schutzerde: Es reicht meiner Meinung nach nicht, den bestehenden Gehäuseanschluß zu entlacken, da die Schraube im Plastik des Steckers endet. Dieses Plastik könnte brechen und die Erde ist lose.

      Ich habe ein eigenes Loch geboht und ne Schraube mit Zahnscheibe unter dem Anschluß eingebaut.

      Viel wichtiger ist aber folgendes: Der obere Teil des Gehäuses ist auch isoliert durch den Lack! Die Schrauben, die den Deckel halten liegen genau so auf dem Lack auf. Erde ist nicht sichergestellt!

      Ich habe die Löcher im Deckel mit einem Flachsenker vom Lack befreit. Eine Zahnscheibe unter der Schraube stellt den Kontakt her.

      Auf Wunsch hätte ich Bilder davon. Dann bräuchte ich aber Deine Mail.

      Viele Grüße

      Alexander

  4. Noch ein Nachtrag:

    Eine Kontrollmessung ergab, dass die Schrauben, die den Trafo halten auch isoliert stehen. Sie sind aber im inneren mit dem Trafo leitend verbunden.

    Auch hier sollte man nacharbeiten. Ein Kurzschluss im Trafo kann vorkommen. Ein Erdschluss auch. Dann würden die Schrauben Netzspannung führen!

    Viele Grüße

    Alexander

  5. Hallo Zusammen,
    erst mal vielen Dank für die super Anleitung, konnte damit an einem Nachmittag den Ofen umbauen.

    Bei meinem Ofen habe ich den hinteren Lüfter gedreht, sodass dieser nach außen pustet. Mit dieser Änderung ist bei meinem Ofen die Temperaturverteilung bis auf 5° genau. Beim Backen lasse ich den Lüfter nur sehr gering pusten, da ansonsten die Soll-Temperaturen nicht erreicht werden. Ich habe bei der neuen Software einen minimalen Lüfterwert von unter 10 eingestellt.

    Ich hatte mich von Anfang an gewundert warum der Lüfter nicht nach außen pustet, macht ja keinen Sinn den Tisch unter dem Ofen zu rösten.

    Meiner Meinung nach ist das ein super Ofen, wenn die oben beschriebenen Änderung durchgeführt wurden. Das drehen des Lüfters, hat bei meiner Version des Ofens, zusätzlich die Temperaturverteilung verbessert.

    Beste Grüße
    Sebastian

  6. Hallo Markus,
    ich melde mich mal wieder zu Wort. Der Umbau meines Exemplar geht voran. Es geht nicht ganz so schnell wie ich es gerne hätte, was aber an meiner beschränkten Freizeit liegt die ich für dieses Projekt zur Verfügung habe. Die neue Software ist zu 70% fertig ich hoffe ich schaffe es vor Jahresfrist den Ofen incl. der erheblichen Hardware Änderungen zum laufen zu bringen. Die neuen Temperatursensoren funktionieren schon mal so wie sie sollen. Die Heizelemente scheinen nach der ersten Beurteilung auch ein echter Gewinn zu sein. Endgültiges kann man natürlich erst sagen wenn das Gerät nochmal komplett ist. Hard- und Software. Dann wird der Ofen auch das können was der Hersteller angibt, auch vom lötbaren Format her. Bis jetzt sieht alles danach aus das es funktionieren wird.
    Ich habe da auch noch einen Link eines anderen Testers des Ofens gefunden, der ähnliches wie ich selbst gemessen hat:
    http://triembed.org/blog/member-projects/pete-soper/some-t-962-reflow-oven-data/.
    Sobald mein Exemplar das tut was es soll werde ich mich nochmal melden. Ich werde auf jeden Fall von den gesamten Umbauschritten Bilder machen. Im Beitrag vorher von Sebastian, das mit dem Lüfter umdrehen hatte ich bei meinen Messung auch gemacht, jedoch ohne
    Erfolg. Wobei auch ich sagen muß, diese Maßnahme macht Sinn, bringt aber nach meinen Meßergebnissen für das Gesamtergebnis überhaupt keinen Unterschied.
    Ich weiße ausdrücklich nochmal darauf hin, das sich alle Aussagen von mir ausschließlich auf mein Exemplar beziehen, auch die Aussage das dieses in angelieferter Ausführung selbst mit dem beschrieben Softwareupdate nichts taugt. Die in meinem Gerät verbauten Komponenten sind nicht dafür geeignet ein nach den Herstellerangaben brauchbares Ergebnis zu liefern.

  7. Hallo Zusammen,

    ich habe mir auch den Ofen gekauft. Wusste allerdings vorher nichts von diesem Forum. Nach dem ersten Einschalten hatte ich ebenfalls diesen fiesen Gestank im Raum. Nach einigem Googeln bin ich auf dieser Website gelandet. Der Hersteller verwendet offensichtlich noch immer Kreppband zum verkleben. Allerdings scheint die Chemie vom Krepp-Band-Kleber extrem ekelhaft zu sein. Auch im kalten Zustand hat das Zeug gestunken und Kopfschmerzen verursacht. Ich habe es zusammen mit anderem Elektroschrott als Sondermüll entsorgt.

    Einige der angesprochenen Mods wurden von mir durchgeführt und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Was ich beobachtet habe ist, dass die Heizung nach den Mods nicht besonders kennlinientreu bei den „Peaks“ ist. Allerdings vermute ich, dass die Anzeige der Original-Firmware auch nicht besonders vertrauenswürdig ist.

    Schnelle Temperaturerhöhungen schafft der Ofen nicht so gut, daher kann ich den von Sebastian empfohlenen Minimallüfterspeed i.H.v. 10 bestätigen. Ich habe übrigens ebenfalls den Lüfter umgedreht. Was ich sehr angenehm finde ist, dass hier ein ebm-papst Lüfter aus St. Georgen im Schwarzwald verbaut wurde. Das ist tatsächlich mal eine Qualitätskomponente „Made in Germany“. Wobei natürlich nicht klar ist in welchem Land sie hergestellt wurde. Dennoch freue ich mich, dass dieser langlebige Lüfter verbaut wurde.

    Was ich hier noch anmerken wollte: Ich hatte am Anfang riesen Probleme mit dem Flashen der neuen Firmware. Daher hier eine (erweiterte) Kurzanleitung wie es gelungen ist:

    Ich habe mir den LPC ISP von Waveshare gekauft: https://eckstein-shop.de/LPC-ISP-mini-IC-Test-Board

    (Treiber für Mac-User: http://www.prolific.com.tw/US/ShowProduct.aspx?p_id=229&pcid=41)
    (Treiber für Win-User: http://www.prolific.com.tw/US/ShowProduct.aspx?p_id=225&pcid=41)

    Ich versuchte das Flashen mit Mac, daher verwendete ich das Terminal-Tool lpc21isp mit folgendem Aufruf: lpc21isp -hex T-962-controller.hex /dev/cu.usbserial 57600 11059

    Was bei mir zum Erfolg führte:
    Ich habe einen Pin an den Widerstand direkt links neben dem ISP-Port angelötet. Dort konnte ich die Versorgungsspannung von 3.3V anlegen.

    Dann verwendete ich das LPC ISP für die Verbindung:
    – Jumper des LPC ISP auf 3.3V
    – LPC ISP VCCIO -> 3.3V (Ofen)
    – LPC ISP GND -> PIN 5 (GND) Ofen
    – LPC ISP TXD -> PIN 4 (TXD) Ofen
    – LPC ISP RXD -> PIN 3 (RXD) Ofen
    – PIN2 Ofen ist nicht verbunden
    – PIN 1 Ofen wird manuell mit GND verbunden.

    Wenn der ISP Schriftzug des Ofens in Leserichtung zu sehen ist, ist die Pinbelegung von Links nach Rechts:
    1 – n_ISP, 2 – Reset, 3 – RXD, 4 – TXD, 5 – GND, (6 – Pin an Widerstand: 3.3V)

    Wichtig dabei ist: Erst mal das USB-Modul vom USB-Port trennen und den Ofen komplett vom Netz trennen.
    Dann RXD, TXD und GND verbinden. Ebenfalls Pin 1 (manuell) mit GND verbinden.
    Dann erst das USB-Kabel verbinden. Die CPU führt beim Start selbst ein RESET durch, so dass man da kein Kabel für verwenden muss. Es reicht n_ISP an GND zu halten und währenddessen den USB-Stecker einzustecken.

    Anschließend das Terminaltool starten oder Flashmagic verwenden. Flashmagic gibt es auch für den Mac. Allerdings sind die Portzuweisungen in der „COM:“-Schreibweise von Windows, so dass es schwieriger ist den richtigen Port zu erwischen. Ich finde daher das Terminaltool besser.

    Fazit: Es gibt viele Bauanleitungen, wie man einen kleinen Haushaltsofen modifizieren kann um Platinen zu löten. Im Vergleich zu diesen Mods ist der hier vorliegende Ofen mit neuer Firmware und neuem Klebeband erheblich besser!

    Ich finde das Ergebnis nach diesen Mods für diesen Einkaufspreis sehenswert. Allerdings müssten Thermometer und Heizstäbe tatsächlich getauscht und optimiert werden, sollte man z.B. beruflich Kleinserien produzieren wollen. Für den Bastler ist der Ofen auf jeden Fall super. Und er eignet sich auch hervorragend um Kunststoffgranulate in flache Formen zu sintern. Ich habe es auch geschafft Bauteile mit Kunststoff zu potten. (Diese kleinen schwarzen Kleckse auf Chips)

    Daher ist dieser Ofen – dank der einstellbaren Kennlinien – auch für andere Hobby’s sehr zu empfehlen.

    Herzlichen Dank an Alle für die vielen nützlichen Infos. Es macht wirklichen einen Unterschied!

    1. Fehlerkorrektur:
      „Ich habe einen Pin an den Widerstand direkt links neben dem ISP-Port angelötet.“

      soll heissen

      „Ich habe einen Pin an den Widerstand direkt rechts neben dem ISP-Port angelötet.“

  8. Hallo Markus und Jörg,

    ich war leider voreilig und habe das Gerät gekauft :-(((
    Alles ist so, wie Ihr es beschrieben habt, leider…
    Die sehr ernüchternden Feststellungen von Jörg und Markus, habe ich wahrscheinlich nicht richtig gelesen, es war ein grosser Fehler!
    Dennoch möchte ich mich, bei allen, die hier, mit sehr wertvollen Arbeit, dazu beigetragen haben, dass wir alle, die bittere Wahreit erfahren dürfen!

    Und wenn die sehr ehrgeizigen und fleissigen von Euch, aus diesem Schrott, am Ende, ein brauchbares Gerät heraushohlen könnt, dafür wäre ich sogar bereit zu zahlen, bevor ich das Teil dorthin beföreder, wo es hingehört, in den Müll!

    Alles in allem, sollten diese Müllverkäfer nur noch negativ bewertet werde, bis die einsehen, das Teil zu verbessern…

    Nochmals viele Dank für alle!
    Otto

  9. Sorry, hier nochmals, die korrigierten Zeilen, die man hier nicht mehr korrigieren kan, oder ich kann es nicht:

    „Dennoch möchte ich mich, bei allen, die hier, mit sehr wertvollen Arbeit, dazu beigetragen haben, dass wir alle, die bittere Wahreit erfahren dürfen, sehr bedanken!

    1. Hallo Markus,
      Hallo Otto,

      ich schaue ja von Zeit zu Zeit schon mal hier vorbei um die Erfahrungen der anderen Käufer
      lesen zu können. Anfangs dachte ich ja wirklich noch ich hätte da ein „Montagsgerät“ bekommen,
      mittlerweile ist in mir allerdings die Befürchtung gereift, dass es kein Montagsgerät ist
      sondern tatsächliche „normale Serie“.
      Otto, werfe das Teil nicht auf den Müll, das Gehäuse kann man noch gebrauchen. Ich habe das Teil eigentlich, wie oben schon beschrieben, nur wegen dem Gehäuse gekauft, das bekommen wir für den Kaufpreis in Deutschland wirklich nirgendwo für das Geld. Das Innenleben kann man getrost entsorgen, da hast Du Recht.
      Vorausgesetzt natürlich man möchte Leiterplatten löten, für andere Anwendungszwecke mag der Ofen
      ja eventuell gehen.
      Ich habe diese Woche den letzten Schliff (hoffe ich) an der Software getan, ein neues Innengehäuse (natürlich in Edelstahl) für die Aufnahme der neuen Heizelemente ist bereits bestellt und sollt in den nächsten Tagen eintreffen, ich bin jetzt an der Hardware, die Leiterplatte für die neue Steuerung wächst, die für die Anzeige ist bereits fertig. Mein Ziel war bis Jahresende mit diesem Projekt durch zu sein, so wie es aussieht ist das auch zu schaffen. Jetzt aber nochmal, alles was ich mir mit diesem Projekt bis jetzt angetan habe basiert auf
      rein rechnerischen Daten und natürlich Messungen, also Theorie, wie weit die von der Praxis abweicht kann ich euch beim ersten kompletten Zusammenspiel von neuer Hard- und Software berichten, werde ich natürlich gerne tun. Aber, ich glaube da wird es keine größeren Überraschungen mehr geben.

      Kleiner Nachtrag für Markus: wollte ich dir eigentlich beim vorletzten und auch beim letzten Beitrag von mir
      schon beantworten, deine Frage zum Temperatursensor. Da war ich leider nur jedes Mal zu schnell mit dem
      abschicken des Beitrages. Der Temperatursensor den du da eingebaut hast ist, so wie ich das sehe, nur
      für den Gehäuse Lüfter (den Kleinen), das macht schon Sinn, weil dieses Teil dann auf jeden Fall länger
      ruhig bleibt, aber mit der Temperaturmessung im Ofen hat das Teil nichts zu tun.

      LG
      Jörg

      1. Danke mal wieder für dein ausführlichstes Feedback, Jörg. Jedes Mal eine Bereicherung. Der Beitrag wird nicht zuletzt durch deine vielen wertvollen Hinweise und Bemühungen so oft aufgerufen! :)

    2. Hallo Otto,

      vielen Dank für dein Feedback. Ich sage (leider) mal so: „you get what you pay for“.
      Bei all der nachvollziehbaren Kritik: Ein „richtiger“ SMD-Ofen geht meines Wissens nach so bei 1000 € los. Von daher kann man von so einem Billig-Teil auch nicht viel erwarten – egal was asiatische Verkäufer dort auf ebay & Co. versprechen…

      Gruß, Markus

  10. Hallo Markus,

    vielen Dank für die Blumen, ich habe nicht damit gerechnet das meine Beiträge dazu führen, daß Deine Plattform dadurch mehr frequentiert wird (was mich freut), das war nicht das erste Ziel aber wenn es so ist umso besser.
    Aber, wo hast du einen brauchbaren Ofen für dieses Lötformat für
    1000 € gesehen?
    Ganz ehrlich, wenn ich einen gefunden hätte zu diesem Preis, hätte ich den gekauft. Ich habe mich da wirklich intensiv mit befaßt bevor ich diesen Wahnsinn begonnen habe. Das günstigste Angebot was mir vorliegt (für das beworbene Format), was tatsächlich brauchbar ist und geht wie es soll liegt bei 2400 €, die Skala ist nach oben offen.
    Wobei man aber der Ehrlichkeit halber sagen muß daß es sich hierbei um ein wirkliches Arbeitsgerät handelt und nicht um ein Spielzeug (was der T-962 ist). Wenn mein Gerät fertig ist werde ich die Kosten dafür (natürlich nur für Material) auch nennen. Die werden sehr, sehr
    deutlich unter dem liegen was man zu kaufen bekommt aber auch sehr deutlich über dem was ich für den ganzen Ofen (das Gehäuse) bezahlt habe.
    Das nur mal kurz für zwischen durch.

    LG
    Jörg

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